Meine Diplomarbeit in Anglistik / Amerikanistik, spezialisiert auf Cultural Studies. Untertitel: Exploring the In/human in American Science Fiction Literature and Film.
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Kurzfassung/Abstract
Diese Diplomarbeit analysiert fünf einflussreiche Werke der U.S.-amerikanischen Science Fiction (Gene Roddenberrys Fernsehserie Star Trek: The Next Generation, Isaac Asimovs Kurzgeschichte The Bicentennial Man und deren Film-Adaption Bicentennial Man, und Philip K. Dick’s Roman Do Androids Dream of Electric Sheep? und dessen Film-Adaption Blade Runner) in Hinblick auf was sie implizit und explizit als essentielle Qualitäten der conditio humana allgemein und einer ‘menschlichen Identität’ speziell präsentieren.
Das Theorie-Grundgerüst für die Analyse basiert auf dem ‘nicht-essentiellen’ Zugang (‘non-essentialist approach’) zu Identität (und dem Prozess der Identitätsbildung), der wiederum großteils auf einigen der Haupttheorien des Strukturalismus und Post-Strukturalismus basiert, inklusive Texten von Ferdinand De Saussure, Jacques Lacan, Jacques Derrida, Edward Said, Stuart Hall und anderen.
Dieser Zugang definiert Menschen als ‘Organismen in der Gesellschaft’ (‘organisms-in-culture’) beziehungsweise ‘Subjekte der Sprache’ (‘subjects-of-language’), was bedeutet dass es keine unveränderliche, angeborene Identität gibt die etwa genetisch bestimmt ist. Stattdessen sieht sie das ‘Ich’ als ein ‘signifying subject’ das nur ein Effekt andauernder (und daher niemals abgeschlossener) diskursiver Konstruktion in der Gesellschaft ist. In unserer Gesellschaft (im spezifischeren Kontext auch ‘Die symbolische Ordnung’ / ‘the symbolic order’ genannt) hat nichts ausserhalb des Diskurses (‘discourse’) Bedeutung: Bedingt durch das arbiträre Wesen der Sprache und das Wesen unserer Kommunikation im Allgemeinen kann keine (etwas/jemand zugeschriebene) Bedeutung in einer transzendentellen Wahrheit verankert werden. Eines der Grundprinzipien der Bedeutungskonstruktion, speziell jener von Identität (die als Summe der ‘Subjektpositionen’ / ‘subject positions’ die in der Gesellschaft konstruiert und uns angeboten werden) ist jenes der binären Opposition (‘binary opposition’) – wie zum Beispiel ‘wir gegen sie’ oder im Fall dieser Diplomarbeit ‘menschlich gegen nicht menschlich / unmenschlich’. Diese Dichotomien basieren jedoch meist nicht auf zwei gleichwertigen Polen, was wiederum in ungleichen Machtpositionen beziehungsweise einem ungleichen Kräfteverhältnis resultiert. Zusätzlich kann sich die Macht des Diskurses (‘the power of discourse’) darin manifestieren dass etwas oder jemand ‘anders gemacht’ (‘otherized’) wird, wobei die ja eigentlich nur konstruierten ‘Wahrheiten’ naturalisiert werden und deren Konstruktion noch mehr verschleiert wird. Es kann jedoch der Versuch unternommen werden diese Oppositionen zu dekonstruieren, erstens indem man sich vor Augen führt dass jegliche Bedeutung in unserer Gesellschaft in gewissem Sinne ohnehin nur eine Konstruktion ist, und zweitens indem man hervorhebt dass jeder scheinbar abgegrenzt definierte Terminus (z.B.: ‘menschlich’) in Wirklichkeit als notwendigen Teil die Spur (‘trace’) seines angeblichen Gegenteiles (‘nicht menschlich / unmenschlich’) in sich trägt und umgekehrt.
Alle diese Werke haben eines gemeinsam: Der (oder einer der) zentrale(n) Protagonist(en) ist ein Android der implizit oder explizit als etwas ‘nicht Menschliches / Unmenschliches’ vor dem Hintergrund des ‘Menschlichen’ präsentiert wird. Dadurch wird dieser Protagonist und seine Beziehung zu den Menschen um ihn ein Paradebeispiel für das System der ‘binary oppositions’. Seine Analyse erlaubt nicht nur zu zeigen was diese Werke als ‘menschliche’ (z.B.: Emotionen, insbesondere Liebe und Mitgefühl; freier Wille und Freiheit; die Bedeutung des Lebens in einer sozialen Gruppe; die Bedeutung von persönlichen Erfahrungen und der Erinnerung; Sterblichkeit, etc) oder ‘nicht-menschliche / unmenschliche’ Eigenschaften darstellen, sondern wie diese Opposition zustande kam und wie sie dekonstruiert werden könnte oder in den Werken selbst bereits dekonstruiert wird.
Zusätzlich zeigt die Analyse dieser Protagonisten – der Android Data in Star Trek: The Next Generation, der Roboter/Android Andrew Martin in (The) Bicentennial Man, und die Androidin Rachael und die ‘Replikanten’ in Do Androids Dream of Electric Sheep? und Blade Runner – dass deren Identitätsbildung und letztlich deren Identität, da sie von Menschen konstruiert und ‘aufgezogen’ wurden, in direktem Zusammenhang mit jener von ‘echten’ Menschen selbst steht. Dies wiederum beleuchtet einige der wichtigsten Schritte auf dem Weg dorthin, ebenso wie die Charakteristika die letztendlich daraus resultieren.